Landtagspräsident: „Wer nicht weiß wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hingehört“

Sehr gut besuchte Jahreshauptversammlung des Vereins für Dithmarscher Landeskunde in Meldorf / Jürgen Christiansen nach 43 Jahren aus dem Vorstand verabschiedet

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Fotos (von links): Landtagspräsident Klaus Schlie, Jürgen Christiansen, Dr. Henning Ibs. (Fotos: Heidi Georgi)

Meldorf – „Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß auch nicht, wo er hingehört und wohin er gehen wird.“ Mit diesen Worten überbrachte Landtagspräsident Klaus Schlie die Grüße der Abgeordneten des schleswig-holsteinischen Landtags an den Verein für Dithmarscher Landeskunde. Auch Dithmarschens Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs betonte auf der Jahreshauptversammlung in Meldorf, wie groß die Verbundenheit der Dithmarscher mit ihrer Heimat und mit den Geschicken des Kreises sei. Vor rund 150 Mitgliedern berichte Bürgervorsteher Heinz Hell von den ehrgeizigen Bauprojekten in Meldorf.

Im Rahmen der Versammlung kam es dann zu einer in der Vereinsgeschichte einzigartigen Ehrung. Jürgen Christansen wurde nach 43 Jahren aus dem Vorstand verabschiedet und per Akklamation zum Ehrenvorstandsmitglied gewählt. In seiner Laudatio bezeichnete der Landtagspräsident Jürgen Christiansen als „echten Meldorfer Jung“, der seine Heimat ehrenamtlich und in exzellenter Art und Weise erforsche. Dabei bezog er sich vor allem auf dessen Einsatz für die Archäologie in Dithmarschen., für den er bereits mit der „Goldenen Schaufel“ und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Für den Verein überreichte der Vorsitzende, Dr. Henning Ibs, ein eigens zusammengestelltes Sympathiebuch und ein ebenfalls nur für Christiansen produziertes HISTOUR-Schild.

Da es eine prall gefüllte Tagesordnung gab, berichteten die einzelnen Vorstandsmitglieder nur sehr kurz über die Aktivitäten im abgelaufenen Jahr und die Planungen für 2020. Dr. Ibs verwies auf die Schriftenreihe des Vereins, die fortgesetzt werden solle, sobald die Autoren ihre Arbeit beendet haben. Volker Jansen berichtet indessen über das HISTOR-Projekt, das bis Ostern abgeschlossen werden solle. Dabei handelt es sich um ein System von mehr als 160 Informationsschildern, die im gesamten Kreis Erläuterungen zu den kulturellen, historischen oder landschaftlichen Sehenswürdigkeiten geben. Nachdem Wolfgang Schulz die Wanderungen mit Dr. Volker Arnold erläuterte und Heinrich Sievers die Arbeit der Genealogen innerhalb des Vereins beschrieben hatte, ging Malte Reichert auf die Infostation Riesewohld ein, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum verzeichnet. Ein weiteres Jubiläum, auf das Redaktionsleiter Dr. Kienitz hinwies, kann die Zeitschrift „Dithmarschen“ feiern – sie wird in diesem Jahr nämlich genau 100. Im Rahmen des Kassenberichts gab Kassenwart Ullrich Mehlert die Zahl der Vereinsmitglieder bekannt: 629 Menschen, Kommunen und Institutionen gehören dem VDL an.

Anwesend war auch der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung der Wind- und Wassermühlen in Schleswig-Holstein und Hamburg, Hans Jakob Tiessen. Der frühere Dithmarscher Landrat ging auf die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen VDL und Mühlenverein ein: „Wir kümmern uns mittlerweile nicht mehr nur um den Erhalt historischer Mühlen, sondern auch um die Verbindung zu den modernen Windkraftanlagen, die ja letztendlich auf eine uralte Technik aufbauen.“

In seinem Kurzvortrag über die Gartenkultur in Dithmarschen plädierte der Landschaftsarchitekt Antonius Bösterling unter anderem für eine Verjüngung der alten Rosensorten am Landwirtschaftsmuseum in Meldorf und für den Erhalt der alten Apfelsorten, da immer mehr Sorten aus den Regalen in den Supermärkten verschwinden. Außerdem regte er die Schaffung einer Dithmarscher Gartenroute und die Ausbildung von Gartenführern und- führerinnen an.

In einem lebendigen und mit reichlich historischem Fotomaterial illustrierten Vortrag erläuterte Uwe Steinhoff aus Kiel die Arbeiten am Bau des Nord-Ostsee-Kanals von der Planung bis zur „Taufe“ im Jahr 1895. Dabei wurde deutlich, wie viel Handarbeit nötig war und welche Planungshindernisse angesichts eines kaiserlichen Befehls zu überwinden waren.

Bei den Wahlen zum Vereinsvorstand gab es keine Überraschungen, der Vorstand setzt sich jetzt aus folgenden Mitgliedern zusammen: Dr. Henning Ibs (Vorsitzender), Volker Jansen (stv. Vorsitzender), Thomas Giesenhagen (Schriftführer), Ulrich Mehlert (Schatzmeister), Sigrid Puschmann (stv. Schriftführerin), Dr. Dieter Kienitz (Beisitzer und Redaktionsleiter), Dr. Dietrich Stein (Ehrenvorsitzender) sowie die Beisitzer Hans Harald Böttger, Wolfgang W. Schulz, Jürgen Reimer, Malte Reichert, Heinrich Sievers und Dr. Hargen Thomsen.

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Arbeitskreis Familienforschung Dithmarschen
Einladung zum Arbeitskreistreffen

Liebe Mitglieder und an der Ahnenforschung Interessierte
wir laden ein zum Treffen des Arbeitskreises um 14.00 Uhr
im Bürgerhaus in 25746 Heide, Neue Anlage 5
(Navigationseingabe: Postweg)


Samstag, 5. September 2020, 15 Uhr

Arbeitskreis Dithmarscher Jacobsweg im VDL
"Pilgern auf dem Delver Passionsweg"
Dieser 3,2 km lange "zeitlose Pilgerweg führt von der St. Marien Kirche über den 
reizvollen Eiderbogen (12 Stationen tendierend) zurück zur Kirche.
Anschließend Kaffeetrinken im Martin Luther Haus (Gemeindehaus).
Kuchen dürfen gerne mitgebracht werden.
Wegstrecke 3,2 km
Leitung: Pilgerpastor Dr. Dietrich Stein, Pilgerbegleiter Wolfgang Mohr
Treffen: 15:00 Uhr Parkplatz Kirche in Delve


Freitag, 16. Oktober 2020, 19 Uhr

Arbeitskreis Dithmarscher Jacobsweg im VDL
"Pilgerrunde"- Auf der anspruchsvollen Küstenroute (Nordroute) zum 
Grab des heiligen Jakobus - Gesa Kurre - Jakobspilgerin aus Heide.

Treffen: 19: Uhr Gemeindehaus Windbergen, Kirchstraße 1 (Pilgerzentrum)


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