Kriegsgefangenenlager und Gedenkstätte Gudendorf

1960/61 wurde in Gudendorf die Gedenkstätte für sowjetische Kriegsgefangene errichtet. Sie gilt dem Gedenken an sowjetische Soldaten, die in der Kriegsgefangenschaft hier und in der Umgebung starben und in Massengräbern ruhen. Neben 248 von Friedhöfen der Umgebung umgebetteten Toten liegen hier weitere, bislang in ihrer Anzahl nicht erfassbare. Ihre Namen sind großenteils noch unbekannt.

Bereits 1941 war in Gudendorf ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene errichtet worden. Im April 1944 wurde hierher das erweiterte Krankenrevier des Stammlagers XA von Heidkaten verlegt. Es bestand bis Kriegsende. Bereits kurz nach Kriegsende wurde auf Veranlassung der englischen Militärverwaltung ein erstes Denkmal errichtet, das schon in den 50er Jahren verfiel. Die jetzt bestehende Gedenkstätte wurde im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein angelegt. Sie zählt zu den bedeutenden in unserem Bundesland. Seit 2007 ist die Gemeinde Gudendorf mit der Pflege betraut.

kriegsgefangenenlanger 

Seit 1983 engagiert sich die Initiative „Blumen für Gudendorf'" für die Aufarbeitung der Geschichte der Gedenkstätte und mit jährlichen Gedenkveranstaltungen am Sonnabend um den 8. Mai herum dafür, dass die Erinnerung an die Toten und an alle Opfer der NS-Diktatur wachgehalten und zum Frieden gemahnt wird. Und dass die Toten ihre Namen wiederbekommen. Dieses Gedenken wird zusammen mit dem Kreis Dithmarschen und der Gemeinde Gudendorf durchgeführt. Daran beteiligt sind ebenfalls die Kirchengemeinde Windbergen-Gudendorf und der VDL.

Dem VDL liegt an, im Sinne des Gedenkens und des Aufrufs zum Frieden sich mit dafür einzusetzen, dass die Gedenkstätte Gudendorf in Dithmarschen ein Ort lebendiger Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für Gegenwart und Zukunft bleibt. Er hat es sich u. a. zur Aufgabe gesetzt, die wissenschaftliche Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte des Gefangenen- und Krankenlagers zu fördern, im Zusammenhang mit anderen Aspekten, wie etwa dem der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.


Literatur:

Flyer der Initiative „Blumen für Gudendorf" über die Gedenkstätte Gudendorf, Kiel 2007

Gerhard Hoch, Rolf Schwarz (Hrsg.), Verschleppt zur Sklavenarbeit – Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Schleswig-Holstein, Alveslohe und Rendsburg (1988)

Karl Hüser, Reinhard Otto, Das Stammlager 326 (VI K) Senne 1941-1945- Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer des Nationalsozialistischen Weltanschauungskrieges, Bielefeld (1992)

Klaus Alberts, Gedenkstätte Gudendorf, Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein, (1995)

Sonderheft über die Gedenkstätte Gudendorf der Zeitschrift Dithmarschen, Heide, Heft 1/1996

Dietrich Stein/Günther Wilke, Initiative "Blumen für Gudendorf", Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte, Hrsg.: Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein, Heft 39, 2001, S. 102-103

Hamburger Institut für Sozialforschung (Hg.), Verbrechen der Wehrmacht – Dimensionen des Vernichtungskriegs 1941-44, Ausstellungskatalog, Hamburg 2002

Martin Gietzelt, Das Lager und die Gedenkstätte Gudendorf – Studie zum Forschungsstand, Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte, Hrsg.: Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein, Heft 41/42, 2003, S. 330-353

Martin Gietzelt, Die Gedenkstätte Gudendorf, „Dithmarschen", Heide, Heft 3/2004.


Weitere Auskünfte erteilt Dr. Dietrich Stein.


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