Klimawandel und „Big Five“ der Entwässerung

Vortrag von Matthias Reimers auf der Jahreshauptversammlung des Vereins für Dithmarscher Landeskunde / VDL blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

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Der neue Vorstand des Vereins für Dithmarscher Landeskunde. Es fehlt Sigrid Puschmann. (Foto: Piening/VDL)

Wöhrden – Die Entwässerung der Marschenregion an der Westküste wird in den kommenden Jahrzehnten immer schwieriger. Der Klimawandel und andere Faktoren sorgen dafür, dass die Wasser- und Bodenverbände entlang der Nordseeküste einen stetig steigenden Aufwand betreiben müssen, um die Niederungen trocken zu halten. „Wir können dabei analog zu den großen Tierarten Afrikas von den Big Five der Herausforderungen sprechen“, erläuterte Matthias Reimers, Geschäftsführer des Deich- und Hauptsielverbandes Dithmarschen, in einem Gastvortrag auf der Jahreshauptversammlung des Vereins für Dithmarscher Landeskunde (VDL) in Wöhrden. Dabei handele es sich um den Meeresspiegelanstieg, extreme Witterungsbedingungen, Aufschlickungen in Flüssen und in der Nordsee, Moorsackungen und die zunehmende Versiegelung der Flächen.

Besonders die Eider dürfte in den kommenden Jahren zum „Problemfluss“ werden. „Während der Fluss selbst zunehmend verschlickt, sacken sowohl die Deiche, als auch das dahinterliegende Land immer weiter ab. Wir haben daher gemeinsam mit anderen Verbänden sowie Bund und Land eine Kooperation ins Leben gerufen, die sich damit befasst“, berichtet Reimers. Ein politisches Problem sei hingegen die Finanzierung der steigenden Aufwendungen. Noch werden die Kosten auf die Landeigentümer vor Ort umgelegt. Zukünftig müsse jedoch ein Solidarprinzip gelten, um insbesondere die Landwirte zu entlasten.

Vor dem Referat hatten VDL-Vorsitzender Dr. Henning Ibs und weitere Vorstandsmitglieder von einem ausgesprochen erfolgreichen Jahr für den Verein berichtet. Die Luftbilder aus den 1930-er Jahren sind demnach komplett vom Kampfmittelräumdienst digitalisiert worden. Die hochauflösend gescannten Fotos liegen vor und können einzeln gegen eine Schutzgebühr vom VDL erworben werden. Interessant ist auch die jüngste Entwicklung bei der ältesten Kate Dithmarschens in Hemmingstedt. Nach dem der Verein und auch die IG Baupflege einen Zuschuss zur Erhaltung des Profanbaus gegeben hatten, wurde das Gebäude jetzt verkauft und soll dem Vernehmen nach komplett renoviert werden. Dr. Ibs wies zudem auf die jüngste Veröffentlichung in der Reihe „Edition Dithmarscher Landeskunde“ hin. Dabei handelt es sich um den Band „Kampf dem Heider Drachen“ von Thomas Giesenhagen.

Volker Jansen berichtete unter anderem von der Arbeit des Archivteams, das in diesem Jahr vor einer Herausforderung steht. Da der Mietvertrag für einen Teil der Räume in Marne ausläuft, werden dringend neue Räumlichkeiten in einem Dithmarscher Zentralort gesucht.

Der Vorstand hat sich unterdessen „verjüngt“. Sigrid Puschmann, Dr. Hargen Thomsen und Winfried Junge wurden auf der mit 120 Teilnehmern sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung zu neuen Vorstandsmitgliedern gewählt. Darüber hinaus gehören weiterhin dem Vorstand an: Dr. Henning Ibs (Vorsitzender), Volker Jansen (stellvertretende Vorsitzende), Wolfgang W. Schulz (Schriftführer), Malte Reichert (Bereich Natur und Umwelt), Ulrich Mehlert (Schatzmeister), Jürgen Christiansen (stellvertretender Schatzmeister), Heinrich Sievers (Leiter Arbeitskreis Genealogie), Dr. Dieter Kienitz (Redaktionsleiter Zeitschrift Dithmarschen), Dr. Dietrich Stein (Ehrenvorsitzender) sowie die Beisitzer Hans Harald Böttger und Jürgen Reimer. Zum Kassenprüfer neben Boe Thießen wurde Manfred Michaelsen gewählt.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte der stellvertretende Kreispräsident Norbert Zimmermann die Arbeit des VDL als „Bewahrer der Dithmarscher Geschichte, Kultur und Natur“ gewürdigt. Danach stellte Bürgermeister Peter Schoof die Gemeinde Wöhrden vor, die 1281 erstmalig urkundlich erwähnt wurde.

Verein für Dithmarscher Landeskunde sucht „Hofbücher“

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